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Tod und Trauer

Informationen für Eltern

 

Wie Kinder Tod und Trauer erleben

Kinder verarbeiten den Tod eines nahestehenden Menschen auf verschiedenen Ebenen. Sie müssen akzeptieren, dass der Tod endgültig ist, dass alle Menschen einmal sterben müssen, dass niemand den Tod vorhersehen kann und dass man nichts dagegen tun kann, dass jemand stirbt. Ab dem neunten Lebensjahr können Kinder diese Aspekte verstehen und akzeptieren.

Grundschulkinder können Probleme damit haben zu verstehen, dass auch jungen Menschen sterben können. Die Folge können Ängste um das eigene Sterben oder den Tod naher Angehöriger sein. Auch die Angst vor Kriegen, Unfällen oder Krankheiten kann sich steigern. Kinder haben manchmal die Vorstellung, dass der Tod als Strafe für eine böse Tat eingetreten ist oder sie entwickeln Schuldgefühle am Tod anderer. Um solche Schuldgefühle zu vermeiden sollte man Kindern (altersgerecht) die Ursache des Todes erklären.

 

Wenn Kinder trauern

Der Tod eines nahestehenden Menschen kann tiefe Trauerreaktionen bei Kindern auslösen. Kinder reagieren sehr unterschiedlich. Sie drücken ihre Trauer oft anders aus als (oft von uns erwartet) durch Weinen oder ein trauriges Gesicht. Manchmal sind Kinder in ihren Trauerreaktionen so verunsichert, dass sie nicht wissen, wie sie sich verhalten können und dürfen. Sie können starke Stimmungswechsel oder auch extreme Anhänglichkeit zeigen. Einige Kinder ziehen sich auch zurück, wirken wie aufgedreht, sind leicht reizbar oder stellen immer wieder dieselben Fragen zum Todesereignis. Manchmal zeigen sie allerdings auch ein eher nüchternes und sachliches Interesse an Äußerlichkeiten des Todes wie Grab, Sarg, Grube etc. Sie können sich teilweise eine Zeit lang nicht gut auf schulisches Arbeiten konzentrieren. Geben Sie ihrem Kind ein paar Wochen Zeit und bleiben Sie mit der Klassenleitung im Gespräch.

 

Wie Erwachsene Kinder in Trauerprozessen gut begleiten können

Trauer kann unendlich viele Ausdrucksformen haben, keine von ihnen ist falsch.

Kinder, die sich scheinbar wie immer verhalten, wirken auf Erwachsene oft gefühlskalt. Sie verarbeiten das Ereignis aber einfach anders und brauchen für sich diesen Schutz.

Bieten Sie Ihrem Kind ein Gespräch an, akzeptieren Sie aber, wenn es (jetzt) nicht darüber sprechen möchte.

Je nach Alter und Entwicklungsstand können Kinder auch ungewöhnliches Verhalten zeigen oder ungewöhnliche Fragen stellen. Lassen Sie sich dadurch nicht verunsichern.

Es ist normal, wenn Ihr Kind mehrfach dieselben Fragen stellt. Es braucht wiederholt ihre Erklärungen, um das Ereignis gedanklich einordnen und somit verarbeiten zu können.

Reagieren Sie auf die Fragen Ihres Kindes ehrlich und sofort. Geben Sie ruhig zu, dass Sie auch nicht auf alles eine Antwort finden.

Es kann Ihrem Kind helfen, wenn Sie erzählen, wie Sie selbst als Kind mit dem Thema Tod umgegangen sind.

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, was ihm bei Traurigkeit hilft, damit es ihm wieder besser geht. Das Schreiben von Briefen oder das Malen eines Bildes kann helfen.

Halten Sie, soweit wie möglich, an dem normalen Alltag fest. Sie geben Ihrem Kind so ein wichtiges Signal, dass es auch in dieser besonderen Situation einen verlässlichen und gewohnten Alltag gibt und stärken so sein Sicherheitsgefühl.

Ermutigen Sie Ihr Kind, sich abzulenken. Geben Sie ihm die Erlaubnis, durch Sport oder Hobbies etwas Gutes für sich zu tun. Dies ist wichtig, weil Kinder manchmal ein schlechtes Gewissen haben, in so einer dramatischen Situation auch gute Momente zu haben.

Sollte Ihr Kind auch nach mehreren Wochen noch deutlich belastet sein, so suchen Sie sich professionelle Hilfe. Unterstützungsangebote halten verschiedene Einrichtungen im Kreis Coesfeld vor (z.B. Beratungsstellen für Eltern, Kinder und Jugendliche oder die Hospizbewegungen).